• Eine neubewertung der "gift relationship" in der Britischen geschichte zum freiwilligensektor

      Gosling, George Campbell (Oldenbourg Verlag, 2019-07-22)
      Es gibt nicht die eine Geschichtsschreibung, die karitative Arbeit, Kampagnen, gemeinnützige Organisationen, Freiwilligenverbände, Zivilgesellschaft, den dritten Sektor und Nichtregierungsorganisationen behandelt. Stattdessen lassen sich vier zentrale Forschungszweige ausmachen, die diesen Bereich neuerer britischer Geschichte abdecken. Sie sind nicht klar voneinander zu trennen, und Historiker wechseln von einem Schwerpunkt zum anderen, aber sie gingen dabei unterschiedlichen Zielsetzungen und Fragestellungen nach. Dazu zählt erstens eine Sozialgeschichte, die sich in erster Linie mit wohltätiger Arbeit und Armutsbekämpfung befasst und diese in den größeren Kontext der Beziehungen zwischen Arm und Reich einordnet. Zweitens ist eine Geschichte der Freiwilligenarbeit zu nennen, die aus dem Wunsch der ehrenamtlich Engagierten heraus entstanden ist, ihre Arbeit historisch zu verorten und aus der eigenen kollektiven Geschichte zu lernen. Drittens gibt es eine politische Geschichte, die sich mit der Beziehung zwischen dem freiwilligen Sektor und dem Staat befasst. Dazu gehören auch Arbeiten, deren besonderes Interesse den Nichtregierungsorganisationen nach 1945 gilt, die sich also einer speziellen Kategorie freiwilliger Organisationen widmen, welche Lobbyarbeit und Interessensvertretung betreiben. Und schließlich haben wir eine Geschichte des Humanitarismus, welche die Begegnungspunkte zwischen Großbritannien und der weiteren Welt untersucht, die von imperialistischen und internationalistischen Impulsen ausgegangen sind, sei es durch Fundraising oder durch die Entsendung freiwilliger Helfer nach Übersee.